Dienstag, 20. September 2011

Lost-Place-Tour nach Dessau-Zerbst

Weil Prora so schön war, einigten wir uns auf einen neuen Termin im Herbst 2011 vom 16.9.-18.9.11. Nach Prora im Juni 2011 hatten wir wieder so richtig Lost-Place-Appetit. Im altbewährten Team mit sunshine&fireblade, karotte 74, VoBe1994, ironmanhawaii2003, 4r4c und dekadaja ging es schließlich in die Gegend bei Dessau und Zerbst. Von dem Owner lost.places gibt es ebensolche im schicken Design und mit abgefahrenen Storys zu erleben. Doch von Anfang an.
4r4c kümmerte sich die Unterkunft. Irgendwie war es wohl schwierig was Brauchbares, Preiswertes und für die Anzahl von Personen zu finden. Die Buchung war auch nicht über Internet möglich, alles nur per Brief. Vor Ort war dann klar, warum. Am Freitag, dem 16.9. reisten wir alle abends an. Oh, wie groß wurden vor Ort die Augen, wir waren zwar auf Lost-place-Tour, wollten aber nicht unbedingt im Selbigen übernachten. Hier war einfach die Zeit stehen geblieben. Es war eine Baracke aus DDR-Zeiten mit DDR Mobilar und Einrichtung (so kam es uns vor). Mehr braucht man dazu wohl nicht sagen. Aber so wurden wir schon mal super auf unsere Vorhaben eingestimmt. Erst stärkten wir uns in großer Runde in einer Kneipe, wo wir einen Raum für uns hatten und das Essen wider Erwarten doch echt lecker war.


Dann ging es ab in den Bunker 7grad im Sommer, wie im Winter und um 22.00 Uhr ist es eh dunkel und im Bunker auch. Der Einstieg ging schon mal einige Meter an einer Eisenleiter in die Tiefe. Da hatten einige schon etwas Muffensausen. Im ersten Raum war es ölig und glitschig, man musste aufpassen, dass man nicht ausrutschte. Wir verfolgten einen vom KGB verschleppten Typen, den sie durch den ganzen Bunker geschliffen hatten. Am schlimmsten waren diesen engen kreisrunden Luken senkrecht oder waagerecht, durch die man krauchen musste und man nicht wusste, ob man besser mit dem Kopf oder dem Hinterteil zuerst durchkommt. Man musste auch genau aufpassen, wo man hintritt, sonst ist man einfach in ein Wasserloch getreten und die Turnschuhe waren nass. Dieser Russenbunker ist echt riesig und wir brauchen einige Zeit, um die Räumlichkeiten zu begreifen. Das letzte Foto beim Cache wurde um 3.07 Uhr gemacht. Wir hatten arg zu tun, alle Hinweise zu finden und so wurde die Nacht zum Tag in diesem Bunker. Zum Glück fanden Be und Ka intuitiv den Weg zum Bonus und damit auch einen anderen Ausgang, der nicht durch die vielen Luken führte. Völlig übermüdet und überdreht, sanken wir um 4.00 Uhr in die Kissen und um 8:00 Uhr gab es schon wieder Frühstück am Samstag.
Am Samstag landeten wir auf dem Militärflugplatz Zerbst und erkundeten erstmal die Versorgung und später noch den Tower. Auch hier folgten wir gespannt der Story und den Hinweisen. Hier zeigte Vo wieder großen körperlichen Einsatz mit Schmutzfaktor. Es waren ausgefallene Verstecke dabei, aber im großen Team gut zu bewältigen. Leider hatte dies den Nachteil, dass wir uns nicht ganz so unauffällig im Objekt bewegten und mussten kurz vor dem Final des Towers abbrechen. Das war schon etwas bitter.


Danach war erstmal die Luft raus und wir mussten uns ein neues Ziel suchen. Das hieß: „Das Sanatorium!“. Hierbei handelte es sich wirklich um ein altes Sanatorium, mit altem Park, Werkstatt, Keller mit Elektroquälgeräten, Essensaal, vielen Zimmern, und riesigem Dachboden. Das Faszinierende an Lost-Places ist doch immer, sich vorzustellen, wie es hier einmal war. Man kann es dort fühlen und spüren und der Phantasie freien Lauf lassen. Danach fanden wir in Lindau ein nettes Kaffee mit ebenso netter Bedienung und schlemmten uns verdientermaßen durch die Speisekarte.
Gegen 16:00 Uhr besuchten wir noch die Jukebox in Dessau, eine abgebrannte Disco. Einfach Wahnsinn, was das Inferno dort angerichtet hatte. Hier und da sah man noch die Wandbemalungen und die Kuschelecken. Der große Saal mit bizarrem verbogenem Metall, die Decke eingestürzt, die Fußböden wie Pudding, überall Gerümpel und verkohlte Gegenstände, das waren die Eindrücke. Wir hatten dort einen Superlauf, waren in einer Stunde durch, suchten dann aber noch mal eine gefühlte Stunde das Finale, weil der Hinweis viele Interpretationsmöglichkeiten zugelassen hatte, aber hinterher dann doch ganz zutreffend war.


In der Nähe der „nassen Füße“ gab es in Dessau lecker Pizza und wir stillten unseren großen Hunger. Danach fingen wir noch einen Nachtcache an. Der Anfang an der Bernsteinstraße war zäh und wie es weiter gehen sollte, war sehr unklar. Die nächsten Stationen erforderten noch abenteuerlichere Kletteraktionen, worauf die meisten dann keine Lust mehr hatten. Außer die ganz Harten, wie VoBe und 4r4c hangelten sich hier noch bis zum Ende  durch und konnten den Fall Whitmore lösen, während wir schon selig in Lost-Place-Träumen versunken waren.
Am Sonntag war dann individuelle Heimfahrt. Einige tummelten sich noch in Ickes Lottowald. Im Team konnten wir einige Caches einsammeln. 4r4c hatte hier schon mächtig als Einzelkämpfer im Regen bei der Hinfahrt gewildert. Zum Abschluss noch mal frische Waldluft zu schnuppern, war die reinste Erholung. Leider fing es an zu regnen und wir fuhren befriedigt mit vielen Eindrücken nach Hause. Es war für uns alle ein anstrengendes, erlebnisreiches, spannendes Wochenendabenteuer.

by dekadaja






Montag, 13. Juni 2011

Die Ruinen von Prora

Bei einem der Treffen des Stammtisch-EH haben wir beschlossen doch mal eine größere Sache gemeinsam anzugehen. Jemand hatte die Idee, es mit den Ruinen von Prora zu versuchen. Es ist immerhin ein T5 und D5 Cache, der auch mindestens einen Tag beansprucht und so einen wollte jeder mal in seiner Statistik haben.
Bei den Ruinen von Prora handelt es sich um das ehemalige KDF-Bad, wo 1935 mit dem Bau des Gebäudes mit einer Gesamtlänge von 4,5 km begonnen wurde und es sich um das längste Haus Deutschlands handeln soll.


Sunshine&fireblade übernahmen die Quartiersuche und buchten vom 3.06. bis 5.6.2011 fürn Ironmanhawaii2003, karotte 74, VoBe1994 und 4r4c und dekadaja eine nette Pension in der Nähe vom Schlösschen in Lietzow am Jasmunder Bodden. Am Freitag reisten alle gemütlich an. Der ein oder andere Cache wurde schon auf der Hinfahrt eingesackt. Abends saßen wir gemütlich mit Getränken zusammen. Die Männer waren jedoch schon sehr aufgeregt und testeten das Objekt in der Dunkelheit schon vor, um die ganze Sache abzuschätzen. Sie kamen daher zu der Auffassung, dass wir ganz zeitig beginnen sollten, damit wir auch alles an einem Tag schaffen. Leider kamen sie an dem Abend nicht weit, da sie ja ihre Frauen vergessen hatten und ohne Frauen läuft nun mal gar nichts beim Cachen. Das sollte sich auch am nächsten Tag bestätigen. Um 5:00 Uhr war Frühstück angesetzt, leider gab es um diese Uhrzeit noch keine Brötchen, sondern nur sehr ballaststoffreiches Vollkornbrot und das erste Foto beim Einstieg ist mit der Uhrzeit 6:18 datiert (im Nachhinein kaum zu glauben).


Wie jeder einzelne diesen Cache erlebt hat, kann im Internet nachgelesen werden. Der Cache hat jetzt schon 351 Favoritenpunkte und war für uns wirklich ein unvergessliches Erlebnis. Das Besondere an dem Cache war auch die raffinierte Idee für die Hinweise und die verschiedenen Gebäudeabschnitte. Vor allem großen Spaß machte es mit diesem Team, wo jeder zum Gelingen beigetragen hat. Danach wurde auch noch der Bonus um 17:00 Uhr erledigt. Am Abend hatten die Frauen schon alles für unsere Grillparty vorbereitet, wir hatten alle großen Hunger. Der Abend wurde aber nicht allzu lang, da wir alle ziemlich fix und fertig und von den vielen Eindrücken überwältigt waren.

by dekadaja